Ein Zeichen setzen gegen Energieverschwendung: Elektroheizungen verbieten

Medienmitteilung      Glarus, 27. April 09

Landsgemeinde: Ein Zeichen setzen gegen Energieverschwendung

 

Ein überparteiliches Komitee von Ingenieuren, Baufachleuten, Energieexperten und Politikern wird der Landsgemeinde strengere Regelungen für Elektroheizungen beantragen. Der Kanton Glarus soll die gemeinsam mit allen anderen Kantonen ausgehandelten Vorgaben übernehmen. Es soll damit auch ein klares Zeichen für einen effizienten Energieeinsatz gesetzt werden.

Elektroheizungen sind Stromverschwender: Mindestens 65% des Stromes kann eingespart werden, wenn alternative Heizsysteme, z.B. Sonnenkollektoren, Wärmepumpen oder Holzschnitzelheizungen eingesetzt werden. Das Einsparpotential bei den bestehenden Elektroheizungen in der Schweiz ist riesig; es entspricht der gesamten Produktion des Atomkraftwerkes Mühleberg! Anstatt noch weitere Elektroheizungen zu installieren, sollten die bestehenden deshalb möglichst bald ersetzt werden.

Elektroheizungen sind umweltschädigende Stromfresser

Strom ist eine sehr hochwertige Energie und kann zum Beispiel für den Betrieb von Computern, in der Kommunikationstechnik, Medizin, für Steuerungen, Motoren, Erzeugung von Licht und vieles mehr eingesetzt werden. Strom nur zu "verheizen" ist deshalb unsinnig.
Elektroheizungen laden in der Regel während der Nacht einen Wärmespeicher auf. Dieser Strom wird zu einem grossen Teil von Kohle- oder Atomkraftwerken aus dem Ausland importiert. Ein Gebäude mit Strom zu beheizen bedeutet deshalb nicht nur eine Verschleuderung von wertvollen Ressourcen, sondern es ist darüber hinaus auch noch stark umweltschädigend.

Unterscheidung zwischen Neubau und Renovation erforderlich

Im neuen Energiegesetz wird der Einsatz von ortsfesten Elektroheizungen geregelt. Der Vorschlag von Regierung und Landrat behandelt Renovationen und Neubauten genau gleich und ist aus diesem Grund bei Neubauten unzureichend. Warum die im Baubereich übliche Unterscheidung zwischen Neubau und Renovation fehlt, ist unverständlich: Wer ein neues Haus baut, kann ohne Einschränkungen eine zukunftsfähige Heizung einplanen. Hier gibt es heute absolut keinen Grund mehr, Elektroheizungen einzusetzen. Deshalb sollten Elektroheizungen bei Neubauten verboten werden.
Bereits bestehende Elektroheizungen sollen bei Renovationen hingegen erneuert werden dürfen, falls sinnvolle Alternativen fehlen und die Wärmedämmung des Gebäudes dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dies sieht auch der landrätliche Vorschlag so vor.

Zeitgemässe Regelung auch für den Kanton Glarus

Das Energiegesetz gemäss Vorschlag von Regierung und Landrat muss deshalb verbessert werden. Das überparteiliche Komitee «Elektroheizungen» wird der Landsgemeinde Bestimmungen für Elektroheizungen beantragen, welche die erwähnten Schwächen beseitigen und die minimalen Forderungen des Muster-Energiegesetzes der Kantone (MuKEN) erfüllen. Anstatt eine rückständige Sonderlösung soll Glarus mit den anderen Kantonen mitziehen und ein modernes, zukunftsfähiges Energiegesetz erhalten. Unter der Adresse www.elektroheizungen-ersetzen.ch hat das Komitee im Internet Informationen zur Problematik der Elektroheizungen und Argumente für die Landsgemeinde veröffentlicht.