Keine neuen Elektroheizungen: Es gibt bessere Alternativen

Keine neuen Elektroheizungen

Der Landrat empfiehlt, im Zusammenhang mit dem neuen Energiegesetz auf ein Verbot von neuen ortsfesten Elektroheizungen zu verzichten. Dies entgegen den Mustervorschriften im Energiebereich, welche durch die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren verabschiedet wurden. Ziel dieser Mustervorschriften ist die Harmonisierung der Energiegesetzgebung in den Kantonen (gleiche Vorschriften für Alle). Es leuchtet nicht ein, dass der Kanton Glarus ausgerechnet bei den Elektroheizungen ausscheren und diese nach wie vor erlauben will.

In den 70er-Jahren erlebten die Elektroheizungen einen grossen Boom, Elektrizitätswerke förderten sie mit günstigeren Tarifen oder schrieben sie teilweise sogar vor. In der Zwischenzeit ist es eine allgemein anerkannte Tatsache, dass elektrische Energie nicht beliebig verfügbar ist und dass haushälterisch damit umgegangen werden sollte.

Es gibt kaum einen Bereich in unserer Gesellschaft, der ohne den Einsatz elektrischer Energie auskommt. Dabei kann Strom in den meisten Anwendungsgebieten NICHT durch andere Energieträger ersetzt werden. Für die Raumheizung gibt es genügend andere Systeme, welche sich im Einsatz bewährt haben und auch auf breiter Ebene zum Einsatz gelangen. Ausserdem wird für Elektroheizungen Energie verwendet, welche zu einem grossen Teil in thermischen oder Kernkraftwerken hergestellt wird. Dabei gehen aus physikalischen Gründen schon bei der Stromerzeugung zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme verloren. Aus diesen Gründen sind Elektroheizungen nicht mehr zeitgemäss und deren Einsatz ist zu verbieten, nicht zuletzt im Hinblick auf eine bereits in Aussicht stehende Verknappung des Stromangebotes.

Aus den gleichen Überlegungen soll der Ersatz bestehender Elektroheizungen durch andere Heizsysteme gefördert werden. Der dabei nicht mehr benötigte Strom steht für andere, wichtigere Anwendungen zur Verfügung. Dabei sollen in erster Linie Anreize einen sinnvollen Ersatz bewirken. In den seltenen Fällen, wo dafür ein unverhältnismässiger Aufwand zu erwarten ist, soll ein gleichwertiger Ersatz weiterhin möglich sein.

Leserbrief von Otto Fischli, Mollis (Energie-Ingenieur FH)